Minimal Invasive
Steißbeinfistel-Chirurgie

Leonid Sverdlov
Arzt für Chirurgie

Falls Sie eine Fistel am Steißbein haben und nach einer radikalen und zugleich leicht verträglichen Behandlung suchen, kann für Sie unsere schonende minimalinvasive Steißbeinfistel-OP die Lösung sein. Die Methode wurde von uns 2010 entwickelt und bei sehr vielen Patienten erfolgreich durchgeführt. Die Technik erlaubt es, den Pilonidalsinus unter minimalen Verlusten vom umliegenden Gewebe zu entfernen und die Wunde schnell zur Heilung zu bringen. Sie können auf unser einzigartiges Know-how, unsere Erfahrung sowie umfassende Beratung und Betreuung vertrauen. Herr Sverdlov und das Team vom OP-Center am Kurfürstendamm in Berlin stehen Ihnen zur Seite.

Hier erfahren Sie, wie es zur Bildung einer Steißbeinfistel kommt und wie sie sich optimal behandeln lässt.

Wie erkennt man eine Steißbeinfistel?

Drückende Schmerzen, Eiter- oder Blutabsonderungen, Nässen, Juckreiz, Rötungen, lokale Druckempfindlichkeit, andere Beschwerden in der Steißbeinregion sind oft Zeichen einer Steißbeinfistel, auch Pilonidalsinus oder Pilonidalzyste genannt. Eine Steißbeinfistel macht sich anfangs durch winzige Punkte an der Hautoberfläche bemerkbar. Später sieht man kleine Öffnungen, aus denen unter Druck dünnflüssiges Sekret oder Eiter austritt. Auch ein ständiger Juckreiz kann die Folge sein. In diesem Stadium haben Patienten in der Regel schon Schmerzen beim Gehen oder Sitzen. Im weiteren Verlauf sondern die Fistelgänge größere Mengen an entzündlichem Sekret ab, oft bildet sich eine weitere eiternde Öffnung – in der Kreuzregion, am Bein oder am Darmausgang.

Haare in der Gesäßfalte – wie sie zur Bildung eines Pilonidalsinus führen

Steißbeinfistel stellt eine lokale Entzündung im Unterhautgewebe der Gesäßfalte dar, die Erkrankung hat keine kausale Verbindung zum Steißbein selbst oder zum Enddarm. Jeder Mensch hat zig Tausend Haare am Körper. Im normalen biologischen Haarwechsel fallen täglich 30 bis 100 davon ab. Einige abgefallene Haare können in die Gesäßfalte geraten und über längere Zeit an ihrem Boden liegen bleiben. Der Druck von kräftigen Gesäßmuskeln kann dann diese Haare durch kleine natürliche Hautöffnungen, z. B. Drüseneinmündungen, ins weiche Unterhautgewebe "hineinpressen". Eine anatomisch tief ausgebildete Gesäßfalte und eine starke Behaarung begünstigen diesen Prozess, sind aber keine ausreichende Voraussetzung für die Fistelbildung. Werden Haare, z. B. beim Duschen, aus der Tiefe der Falte entfernt, entsteht an der Stelle keine Fistel.

Die ins Unterhautgewebe geratenen Haare bringen etliche Bakterien von der Hautoberfläche mit, so dass sich das Gewebe um die Haare mal leicht, mal mäßig bis stark entzündet. Die Haare liegen nun in einem durch die Entzündung geformten Hohlraum, der wird nun als Fistel, Sinus oder Zyste bezeichnet. Solange die Hautöffnungen / Eintrittsstellen von Haaren (Poren) einen Abfluss vom Sekret aus dem Sinus ermöglichen, halten sich die Beschwerden in Grenzen. In dieser chronischen Form kann die Pilonidalfistel über Monate oder Jahre existieren, wird aber, solange die Haare unter der Haut bleiben, nicht heilen. In einer akuten Situation können Medikamente wie Antibiotika die Entzündung etwas eindämmen, bei chronisch verlaufenden Fisteln bringen sie keinen Nutzen. Eine endgültige Heilung der Fistel kann nur durch eine vollständige Entfernung von Haaren erreicht werden.

Pilonidalabszess, eine akute Steißbeinfistel-Komplikation

Ein Abszess bildet sich dann, wenn es im entzündeten Sinus zur Sekretstauung, z. B. durch narbigen Verschluss der Fistelöffnungen, kommt. Eiter kann dann aus dem Fistelraum nicht mehr abfließen, die Infektion schreitet voran, die Betroffenen verspüren Schmerzen, lokales Druckgefühl, manchmal Fieber. Später sind lokale Anschwellung und Hautrötung zu sehen.

Das Ziel der Behandlung ist die Beseitigung einer ernsthaften, manchmal gefährlichen Komplikation, also nur das Öffnen des Abszesses und keine gleichzeitige Entfernung der ganzen Fistel. Ein 0,5 cm kleiner chirurgischer Schnitt in örtlicher Betäubung reicht hier vollkommen aus. In den Abszess wird eine Drainage eigeführt, so dass eitriges Sekret auch weiter frei abfließen kann. Durch diese einfache, effektive und schonende Lösung gehen die Beschwerden sofort weg. Die Entzündung bildet sich binnen weniger Tage zurück, die Drainage liefert Tag für Tag weniger Eiter, die Fistel wird kürzer und schmaler. Eine Steißbeinfistel-Beseitigungsoperation kann dann im nicht mehr entzündeten Gewebe und an einer deutlich geschrumpften Fistel durchgeführt werden, was ein kleineres Operationstrauma, einen kleineren Blutverlust und eine schnellere Heilung zu Folge hat. Das "zweizeitige" Vorgehen, also zunächst die Abszessspaltung und in ein bis zwei Wochen die endgültige Operation, bringt dem Patienten so große Vorteile, dass es dazu keine ernsthafte Alternative gibt.

Fisteln können stark entzündet sein, auch wenn es (noch) keine Abszessbildung stattgefunden hat. Diese stark entzündeten Fisteln sind auch durch Schmerzen, Eiter, Anschwellungen begleitet und weisen oft abgezweigte Fistelgänge mit Öffnungen außerhalb der Gesäßfalte auf. Auch solche Fisteln werden von uns in zweizeitiger Vorgehensweise behandelt: Erst wird die Entzündung mittels Drainage beseitigt, etwa zwei Wochen später kann die endgültige Operation an der nun abgeschwollenen und deutlich kleineren Fistel durchgeführt werden.

Wie werden Steißbeinfisteln behandelt, aktueller Stand der Technik

Bei der radikalen Behandlung vom chronischen Pilonidalsinus wird eine große Vielfalt von operativen und semi-operativen Methoden angewandt, darunter "Pit-Picking", Ausschneidung mit offener Wundbehandlung, sogen. "asymmetrische" Techniken, aufwendige und traumatische plastische Verfahren, z. B. nach Limberg, V-Y- oder Z-Plastiken, "Cleft lift" usw. Die von der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie verfasste Leitlinie "Sinus pilonidalis" bezeichnet das Ausschneiden mit offener, oft monatelanger Heilung als Standardverfahren.

Unsere Behandlungsmethode: die Vorbereitung

Die Behandlung beginnt mit einer Voruntersuchung in der Praxis. Dann beantworten wir all Ihre Fragen zur Steißbeinfistel-Behandlung und klären Sie über den Ablauf der Steißbeinfistel-Operation und über die Zeit davor und danach auf. Weist eine Steißbeinfistel keine Entzündungszeichen wie Anschwellung, Druckschmerz oder Eiter auf, kann sie bereits in wenigen Tagen nach der Diagnosestellung operiert werden. Entzündete Fisteln werden von uns zunächst mit einer Drainage versorgt. Die Drainage lässt sich meistens durch eine bereits vorhandene Fistelöffnung einführen, so dass kein Hautschnitt und auch keine Betäubung erforderlich sind. Durch den freien Sekretabfluss bildet sich die Entzündung schnell zurück. Einige Wochen nach dem Legen der Drainage kann die endgültige Fistelbeseitigungs-OP an der nicht mehr entzündeten Fistel erfolgen. Ausgedehnte Gewebeausschneidungen und aufwendige Wundpflege werden dann dem Patienten erspart.

Unsere Behandlungsmethode: die Operation

Die Fistel am Steißbein wird von uns im Rahmen eines minimal invasiven Eingriffs entfernt. Die Operation ist so wenig traumatisch wie Pit-Picking und zugleich nicht weniger radikal als die breite Ausschneidung mit offener Heilung. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht erforderlich, da die Patienten nach der Operation keine oder nur geringe Schmerzen haben und sich frei bewegen können. Der Eingriff erfolgt in Narkose (seltener in örtlicher Betäubung) in Seitenlage. Diese Lagerung ermöglicht im Vergleich zur Bauchlage eine leichtere und effektivere Ventilation der Lunge während der Narkose. Zuerst wird der Fistelkanal durch eine blaue Lösung eingefärbt. Durch einen weniger als 3 cm langen Hautschnitt werden dann die Fistel und die darin liegenden Haare komplett ausgeräumt. Der Schnitt wird so angelegt, dass auch die Haar-Eintrittsstellen (Poren) mitentfernt werden. Der unter der Haut entstehende enge Hohlraum wird dann unter optischer Vergrößerung inspiziert, so dass die kleinsten Reste vom blau gefärbten Gewebe oder von Haaren sicher entdeckt und entfernt werden können. Nun wird eine dünne Silikondrainage gelegt und an ein spezielles Saugsystem angekoppelt. Dann wird die kleine Hautwunde dicht vernäht.

Bilder aus dem OP-Raum (für größere Ansicht bitte anklicken):


Unsere Behandlungsmethode: Ablauf nach der OP

Die Patienten verbringen ein bis zwei Stunden nach der Operation im Aufwachraum, dann können Sie nach Hause bzw. ins Hotel. Am nächsten Tag erfolgt die Nachuntersuchung in der Praxis. Patienten, auch wenn sie nicht in Berlin wohnen, können danach mit jedem Verkehrsmittel nach Hause zurückkehren. Das Tragen (zwei bis drei Wochen lang) der dünnen und weichen Silikondrainage bringt keine Unannehmlichkeiten, unsere Patienten haben ab den ersten Stunden nach dem Eingriff keine oder nur leichte Schmerzen, brauchen in der Regel keine oder fast keine Schmerzmittel. Kurzes Abduschen der operierten Stelle mit anschließendem Verbandswechsel ist ab dem ersten postoperativen Tage möglich. Das Baden sollte bis zur vollständigen Heilung vermieden werden. Die Fäden werden in ein bis zwei Wochen gezogen, circa eine Woche später wird auch die Drainage entfernt, die Heilung ist somit abgeschlossen. Wundheilungsstörungen traten bis jetzt bei keinem unserer Patienten auf. Die Arbeitsunfähigkeit dauerte abhängig vom Beruf drei Tage bis drei Wochen.

Ständiger Kontakt mit dem Chirurgen

Der Ablauf wird vom operierenden Chirurgen ständig kontrolliert. Alle Patienten melden sich per E-Mail, sobald sie wieder zu Hause sind, dann in 2- bis 3-tägigen Abständen bis zur endgültigen Wundheilung. Eine erneute Vorstellung in Berlin ist in der Regel nicht erforderlich.

Vorteile der minimal invasiven Operation, kurz gefasst:

Vorbeugung einer erneuten Fistelbildung

Zur Vermeidung einer erneuten Fistelbildung empfehlen wir im Anschluss an die Behandlung das regelmäßige (ca. 1 x in der Woche) Rasieren der Steißbeinregion und das sorgfältige Reinigen der Gesäßfalte beim Duschen, so dass dort keine abgefallenen Haare liegen bleiben. Eine ggf. erforderliche Gewichtsreduktion führt zur Druckminderung in der Gesäßfalte und erhöht somit die Chancen für einen weiteren gesunden Verlauf. Unsere regelmäßigen Befragungen von operierten Patienten in Jahren nach der OP ergaben nur vereinzelte Steißbeinfistel-Rückfälle, wobei es sich stets um eine erneute Fistelbildung, also um das Eindringen von neuen Haaren unter die Haut handelte. Solche Fälle ereigneten sich nur dann, wenn die oben erwähnten einfachen Prophylaxe-Regeln nicht eingehalten wurden.

Wir behandeln auch Restwunden nach anderweitigen Steißbeinfistel-Operationen. In den meisten Fällen gelingt es, die Wundheilung ohne erneute Operation, durch die alleinige Drainageanwendung zu erzielen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten der ambulanten Steißbeinfistel-operation, einschl. Narkose und Nachsorge, liegen bei 1.200 Euro. Diese werden von privaten Kassen normalerweise voll erstattet. Gesetzlich versicherte Patienten müssen die Kosten privat tragen, da der Chirurg kein Kassenarzt ist.

Fistel am Steißbein? Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner

Haben Sie Interesse an unserer Steißbeinfistel-OP in Berlin, nehmen Sie einfach telefonisch oder über das Kontaktformular auf unserer Webseite Kontakt zu uns auf. Wir beraten Sie gern.

Vielen Patienten konnten wir mit unserer Behandlungsmethode nachhaltig helfen, lesen Sie die